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Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Do 26. Aug 2010, 09:58
von FranzP.
@all,
nachdem wir ziemlich häufig im Hinterland unterwegs sind, kann ich euch berichten, dass die Aufzucht solcher Hunde von manchen Bewohnern intensiv betrieben wird. Wenn ihr solche Hunde dort "freikauft", erreicht ihr mit Sicherheit nur, dass weitere solche Tiere zwecks Geldbeschaffung ein ähnliches Schicksal erleiden werden, also das Gegenteil dessen, was euch am Herzen liegt.
Bitte überlegt euch, ob ihr das wirklich wollt. Auch das ist halt Griechenland ...
Gruß Franz
@sandra: der Hund hängt genau deswegen dort, weil man ihn an einen Touristen verkaufen will, da bin ich mir sicher.
Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Do 26. Aug 2010, 16:25
von sandra
hallo franz,
da hast du recht, freikaufen ist vollkommen kontraproduktiv und schadet den hunden viel mehr als es (dem einzelnen geretteten) nützt, das würde ich nicht tun (auch wenns im speziellen fall sehr schwer fiele).
ich habe mir das auch überlegt, ob der hund wohl zum verkaufen dort hängt, nachdem mir sonst kein für mich verständlicher grund dafür einfällt - nur, man wüßte gar nicht, bei wem man den hund kaufen sollte, nachdem ja keiner da ist, und das personal im hotel daneben auch nix weiß....
verdächtig ist aber auf jeden fall der ort, wo er angehängt ist, neben dem strand....
man kann eh nix tun, ich wüßte eben nur zu gern, was dann mit dem kleinen passiert, wenn er nicht verkauft, mitgenommen oder sonst was wird - an der kette verhungern finde ich auch für griechische verhältnisse ziemlich krass

Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Do 26. Aug 2010, 16:35
von Ramona
Hallo Sandra,
denke diesen Gedanken nicht weiter.
Du solltest über den Umgang der Griechen mit Tieren nicht nachdenken, Du würdest nicht froh werden damit. Ich schätze die Griechen, aber ihr Umgang mit Tieren lässt sehr zu wünschen übrig. Das ist etwas, was mir manchmal echte Probleme bereitet. Ich weiß, dass Hunde, die im Sommer in Außensiedlungen mit ihren Besitzern leben, im Winter einfach dort gelassen werden. Wenn Sie überleben, haben sie Glück gehabt. Traurig, aber wir können es nicht ändern.
LG
Ramona
Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Do 26. Aug 2010, 17:41
von FranzP.
Hallo sandra,
sandra hat geschrieben:... nur, man wüßte gar nicht, bei wem man den hund kaufen sollte, nachdem ja keiner da ist, und das personal im hotel daneben auch nix weiß....
Ich wage jede Wette, dass ich das binnen 10 Minuten herausbekomme - das ist einkalkuliert, dass sich jemand schon ein bisschen bemühen wird, wenn er ihn haben will.
Gruß Franz
Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Fr 27. Aug 2010, 09:53
von sandra
@franz: hast wahrscheinlich wieder recht
aber ich finde, darüber nachdenken sollte man schon, und es ist auch nicht so,dass man nix tun kann.
mein eigener hund wurde in tschechien halbtot tagelang im strassengraben liegend gefunden (scheinbar wurde er angefahren) - üblicherweise wird so etwas ignoriert - "dem ist eh nicht zu helfen"
er wurde dann doch von einem menschen gefunden und zu einer tierschutzorg. gebracht, die ihn gesundgepflegt u.weitervermittelt hat.
er ist natürlich der tollste, liebste hund der welt geworden
klar wäre es besser, das alles im ansatz zu unterbinden - tierschutzgesetze, kastrationsprojekte usw...
(den katzen gehts ja auch nicht grade besser

)
Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Fr 27. Aug 2010, 15:56
von marion
kastrationsprojekte werden durchgeführt
scheitert leider an der "tierliebe" der griechen-
die wenigsten sehen ein dass das notwendig ist
eine deutsche tierärztin-martina-kommt jedes jahr 2 woche nach karpathos um die tierklinik zu unterstützen.
bedauerlicherweise hilft das freikaufen nix
bzw ist kontraproduktiv
leider...................
baba
marion
grad koffer gepackt hat
am dienstag gehts los

Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Fr 27. Aug 2010, 18:28
von FranzP.
sandra hat geschrieben:@franz: hast wahrscheinlich wieder recht
aber ich finde, darüber nachdenken sollte man schon, und es ist auch nicht so,dass man nix tun kann.
Hallo sandra,
ich sage nicht, dass man nichts tun kann, und schon gar nicht, dass man nicht nachdenken sollte. Aber eine Tatsache bleibt: die Griechen haben eine andere Einstellung zu diesem Problem (ist nämlich für sie gar keines). Das liegt auch daran, dass sie noch nicht so lange im Wohlstand leben, wenn überhaupt. Die bei uns herrschende Einstellung hat sich auch erst entwickelt, nachdem wenigstens die Menschen ausreichend versorgt waren. Ich will nicht Dein Alter hinterfragen, aber ich habe die Nachkriegszeit mit ihren Entbehrungen noch erlebt, da standen hierzulande ebenfalls andere Probleme an als das, was heute an "Tierliebe" praktiziert wird. Oft genug ist das außerdem nur verkappte Selbstliebe, den echten Bedürfnissen der Tiere, artgerechter Haltung zum Beispiel, wird nicht immer entsprochen.
Das heißt für mich: wenn Du wirklich etwas tun willst, musst Du dafür sorgen, dass die Griechen eine andere Einstellung entwickeln. All die anderen Aktionen werden kaum nachhaltig sein, wenn sie von den dortigen Menschen halt mehr oder weniger toleriert, aber nicht verstanden werden. Das setzt aber auch voraus, dass die Menschen dort für solche Probleme überhaupt geistigen Freiraum haben, wenn sie um die eigene Existenz kämpfen müssen, wird das nicht laufen.
Verzeih die offenen Worte - aber ich bin halt ein unverbesserlicher Realist.
Lieben Gruß
Franz
Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Fr 27. Aug 2010, 19:53
von sandra
franz, ich habe zwar nicht mehr so wie du die nachkriegszeit erlebt, aber ich lebe inzwischen seit 45 jahren mit tieren zusammen, die allesamt weder zu tode gefüttert wurden, noch in rosa plüschjäckchen unterwegs sind -
sorry, ein bisschen spass muß auch sein
ich weiß, dass auch hier in unserem "zivlisierten" österreich viel furchtbares tierleid passiert, vielleicht manchmal sogar gut gemeint...
ich bin halt unverbesserliche idealistin

und fühle mich leider schnell mal verantwortlich für ein lebewesen, wenn ich das gefühl habe, dass ich was ausrichten kann (nicht nur bei süßen hunderln, das kann meinetwegen auch eine schlange oder ein frosch sein

)
den kleinen tatenlos dem hungertod an der kette zu überlassen ist eben nicht meins , die griechen werde ich wohl nicht ändern können...
naja, wer weiß, vielleicht meints ja das schicksal doch noch gut mit dem kleinen kerl, ich drück ihm jedenfalls ganzganz fest die daumen

Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Fr 27. Aug 2010, 20:17
von FranzP.
Hi sandra,
sandra hat geschrieben:den kleinen tatenlos dem hungertod an der kette zu überlassen ist eben nicht meins ...
davon brauchst Du nicht auszugehen, dazu ist das Tier zu wertvoll für den Besitzer. Der wartet schon auf die nächste Saison, wenn heuer niemand zuschlägt. So schlecht geht es dem Kleinen offenbar nicht, vor allem, weil er ja Menschen sichtlich (noch) mag.
Gruß Franz
P.S.: wenn Du mal einen "anderen" Griechen erleben willst, fahre doch nach Mesochori ins Kafe Skopi zu Manolis und frage ihn nach seinem Hund (Du siehst ihn auch
HIER) - das dürfte Dir den Glauben an die Griechen wieder aufrichten

Re: an die hundefreunde....
Verfasst: Fr 27. Aug 2010, 21:16
von sandra

MANOLIS
ich war zwar schon 2x in mesochori, ich glaube aber jedesmal in einer anderen taverne, schade
ja, positiv denken, damit ich nächstes jahr karpathos wieder geniessen kann
(aber natürlich mit brekkies bewaffnet

)
