Nach einem Bummel durch die Gassen von Olympos gelangen viele Besucher zur Hauptkirche von Olympos, zur Kirche „Kímisi tis Panagías“. Im Vorhof dieser Kirche steht ein Denkmal für den Olymbiten Manolis Papamanolis, der 1943 während der italienischen Besatzungszeit ums Leben kam. Was ist über Manolis Papamanolis bekannt?
Manolis Papamanolis wurde am Tag der heiligen drei Könige 1919 als ältester Sohn von Nikólaos Papamanolis und Anna Kostí in Olympos geboren; später bekam er noch vier Geschwister. Nach der örtlichen Grundschule besuchte er das Panormiteio-Gymnasium auf Symi und danach das 1. Gymnasium in Piräus. Ursprünglich hatte er vor, am Polytechneío in Athen zu studieren, doch sein Hang zur Malerei und seine patriotische anti-italienische Aktivitäten bestimmten seinen weiteren Lebenslauf. Er organisiert sich in Athen in der „Dodekanisiakí Neolaía“, der Dodekanesischen Jugend, was seine sofortige Bespitzelung und Überwachung zur Folge hatte. Seine Briefe an seine Familie werden geöffnet und zensiert. Am 6. August 1936 gelingt es Papamanolis, nach Karpathos zurückzukehren. Kurz danach ersucht er die italienischen Behörden um Erlaubnis, nach Rom zu reisen; er hatte vor, in Italien Malerei zu studieren. Die Italiener verweigern ihm die Ausreise und setzen seine Überwachung fort. Im August 1938, nach vielen Widrigkeiten, darunter auch einer Inhaftierung im Dorf Koskinoú auf Rhodos, kehrt Papamanolis wieder nach Karpathos zurück, wo er in der Inselhauptstadt Pigadia weiterhin in Haft bleibt.
Unterstützung findet er beim Bischof Germanós, der sein Talent erkennt und ihn mit der Ausmalung der Bischofskirche beauftragt. Er malt und bringt dabei auch seinen Patriotismus zum Ausdruck, die Soldaten tragen eine römische Uniform und haben erschrockene Mienen. Die Lage für Papamanolis wird schwieriger, die Italiener geraten in Wut. Am 2. September beschlagnahmen sie den Pass von Papamanolis und verbannen ihn in die Gegend „Péra Panagiá“, zwei Kilometer von Olympos entfernt. Seine Haare werden ihm ratzekahl abgeschnitten, der Umgang mit seinen Dorfmitbewohnern wird ihm verboten. Im Oktober 1939 gelingt Papamanolis die Flucht von Karpathos. Zusammen mit seinem Dorfmitbewohner Giorgos Giorgákis flüchtet er mit einem Boot von Vroukoúnta aus und erreicht Sitía auf Kreta. Für die Italiener hatte er sich wegen Bootdiebstahls und illegaler Auswanderung schuldig gemacht. Papamanolis kam nach Athen und setzte sich nach dem Ausbruch des Griechisch-Italienischen Kriegs für die Befreiung des Dodekanes von der italienischen Fremdherrschaft ein. Es ist nicht bekannt, ob er in den Reihen des „Regiments der Dodekanesen“ kämpfte oder bei der regulären Armee. Papamanolis gerät in Kriegsgefangenschaft, 1941 ist er in Udine inhaftiert. Er wird des Hochverrats beschuldigt, worauf die Todesstrafe steht. Denn der junge Karpathiote war italienischer Staatsbürger, er kämpfte aber auf Seiten des Feindes, gemeinsam mit den Griechen! Ende 1942 kehrt er nach Griechenland zurück, zuerst in die Averoff-Gefängnisse, von wo aus er am 3. Januar 1943 nach Rhodos gebracht wurde. Schließlich landet er in den Gefängnissen „Caserma regina“, den Gefängnissen für die Schwerverbrecher. Er wurde gefoltert und erkrankte an Tuberkulose. Der Grund für das letzte Niederprügeln von Papamanolis war nach Aussage von Mitgefangenen ein Kunstwerk von ihm: er hatte an seine Zellentür die griechische Fahne gemalt, was einen Italiener dermaßen empörte, dass er auf Papamanolis schoss. Papamanolis wurde in das Krankenhaus Regina Elena gebracht, wo er am 28. Juni 1943 seinen Verletzungen erlag.
Dieser Beitrag beruht auf der Veröffentlichung von Manolis Dimellás „Ο μάρτυρας της ελευθερίας από την Όλυμπο της Καρπάθου”, siehe
https://www.karpathiakanea.gr/manolis-p ... -zografos/
Dort sind auch Bilder veröffentlicht, die von Manolis Papamanolis gemalt wurden.
Manolis Papamanolis aus Olympos
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